Mein Tagebuch 2010
Für die Astronomie habe ich mich schon seit ich denken kann immer interessiert.
Ich habe darüber schon viele Bücher gelesen und Fernsehberichte und -dokumentationen verfolgt.
Aber so richtig in die Praxis eingestiegen bin ich erst 2008, nachdem ich mir endlich den langersehnten Traum erfüllt habe und mir mein erstes Teleskop
gekauft habe.
Da die Anschaffung der Ausrüstung ja nicht gerade günstig ist, habe ich leider so lange damit gewartet.
Vorher habe ich mich natürlich sehr lange und ausführlich über alles, was man für den Einstieg benötigt, informiert.
Auch mein Onkel konnte mir dabei sehr hilfreich sein, der schon seit Jahren die Sterne beobachtet und sich auch schon selbst Teleskope gebaut hat.
Donnerstag, 21.01.2010
Ein neues Jahr hat begonnen, und ich habe doch tatsächlich seit Anfang Dezember nicht mehr beobachten können.
Es will einfach nicht aufhören zu schneien!!!
Da es mit dem Beobachten wahrscheinlich noch länger nichts wird, habe ich endlich mal das Telrad und den Kamerahalter
an das SC angebracht.
Damit ich mir die Zeit etwas vertreibe, habe ich auch noch mit dem Basteln angefangen.
Zuerst wurde eine Bahtinov-Maske in Angriff genommen, sie dient als Fokussierhilfe:
Dann wurde noch eine Tauschutzkappe angefertigt, damit die Schmidtplatte nicht so schnell beschlägt.
Beide Bastelarbeiten könnt ihr auf der Seite
Tuning nachlesen.
Dienstag, 16.02.2010
18:00 bis 21:00 Uhr
Endlich ist mal wieder klarer Himmel.
Es ist zwar eiskalt, aber nach so langer Abstinenz muß ich einfach mal wieder beobachten.
Also alles raus auf die Terasse, das Aufbauen und Ausrichten dauert mindestens schon eine halbe Stunde.
Als erstes nehme ich mir den
Planeten Mars vor, den wollte ich ja schon so lange mal anschauen.
Leider ist er nicht so interessant wie ich mir vorgestellt habe.
Ich versuche natürlich auch gleich, ihn mit der Webcam am Teleskop aufzunehmen.
Leider bekomme ich ihn nicht auf den Bildschirm.
Der Himmel ist heute so schön knackig, im Süden ist sehr schön das
Sternbild Orion auszumachen.
Leider noch etwas versteckt hinter den Bäumen.
Als nächstes schnalle ich die Canon per
Piggyback auf das SC8 und fotografiere derweilen
M45, die
Plejaden.
Mit der Nachführung habe ich mich an verschiedene Aufnahmezeiten gewagt, leider nicht so gut gelungen:
Nach endlosem Warten ist dann endlich auch Orion an den Bäumen vorbei.
ich möchte doch unbedingt mal
M42, den
Orionnebel aufnehmen.
Auch hier mit Nachführung mehrere Aufnahmen geschossen und bearbeitet:
Das nächste Mal muß ich länger belichten und noch mehr Aufnahmen anfertigen!!
Heute war es dafür aber definitiv zu kalt, bin schon halb erfroren.
Samstag, 20.02.2010
19.45 bis 21.45 Uhr
Schon wieder klare Sicht.
Die Temperatur ist einigermaßen angenehm, dafür ist es sehr windig.
Auch der fast halbe Mond stört etwas.
Als erstes also den Mond beobachtet und mal einige Fotos mit der Canon fokal am SC8 geschossen.
Mit der Kamera bekomme ich den
Mond gerade so auf den Chip:
Dann ist wieder der
Orionnebel M42 dran.
Diesmal auch mit der Canon fokal am SC, das mußte ich einfach mal testen.
Bei der Brennweite und dem Wind war aber eine Belichtungszeit von mehr als 30 Sekunden unmöglich.
Das Ergebnis dementsprechend schlecht, die Sterne sehr eiförmig:
Da der Wind einfach nicht nachlassen wollte, wurde die Kamera auf das Teleskop geschnallt und das
Sternbild Orion
als gesamtes Kunstwerk mit einer Brennweite von 35mm und dem Cokin Weichzeichnerfilter abgelichtet:
Zum Schluß mußte dann noch der
Planet Mars herhalten.
Dieser befindet sich momentan in der Nähe des
Offenen Sternhaufens M44, auch bekannt als
Praesepe, Bienenstock oder
Krippe, im
Sternbild Cancer.
Mit der Kamera und 55mm-Objektiv per Piggyback:
Sonntag, 07.03.2010
19.00 bis 21.00 Uhr
Heute ist es knackig und nicht windig.
Schnell alles aufgebaut und mit der Canon Piggyback mit 300mm Objektiv und ISO 800 folgende Objekte fotografiert:
M44:
H und Chi:
Orionnebel mit "Running Man":
Zum Abschluß noch eine Strichspur mit 1 Stunde Belichtung und einem 100mm Objektiv bei ISO 200:
Donnerstag, 25.03.2010
Nach endlos langem Suchen habe ich mir nun endlich eine eigene
Montierung zugelegt:
eine gebrauchte
EQ6, aufgerüstet auf Goto, mit besseren Motoren und Boxdörfer-Steuerung, beleuchteter Polsucher.
Sie ist heute angekommen, und da das Wetter mitspielt, wurde sie auch gleich mal getestet.
19.30 bis 22.00 Uhr
Die Motoren sind sehr leise, man muß schon genau hinhören.
Auch das Goto funktioniert einwandfrei, nachdem ein Alignment durchgeführt wurde.
Den beleuchteten, dimmbaren Polsucher finde ich besonders toll, den hatte ich bis jetzt ja noch nicht.
Die Montierung ist so sehr schnell aufgestellt und eingenordet.
Da der Mond mal wieder hell am Himmel steht, wird dieser gleich mal angefahren und fotografiert.
Leider ziehen immer wieder Wolken durch, sa daß nicht viele gute Bilder dabei rauskommen.
Krater Plato:
Krater Bullialdus:
Sinus Iridum:
Krater Copernicus, Reinhold und Lansberg:
Krater Clavius und Longomontanus:
Dienstag, 06.04.2010
20.00 bis 01.00 Uhr !!!
Heute super Sternenhimmel, keine Wolke, hätte die ganze Nacht draußen bleiben können.
So habe ich die Möglichkeit die Montierung ohne Guiding auf ihre Grenzen in Sachen Belichtung zu testen.
Zuerst wurde der
Planet Mars etwas beobachtet und anschließend fotografiert, leider ist seine Opposition schon vorbei und er ist sehr klein auf dem
Foto.
Dann war noch das Objekte
M51 Whirlpool-Galaxie im Sternbild Canes Venatici an der Reihe, leider hat hier irgendetwas an der Einstellung der Montierung nicht gepaßt.
Ich hatte vergessen die Gewichte zu verlagern, ect...
Die Sterne sind nicht rund, alles etwas verwackelt, aber ich habe sie erwischt.
Später wurden noch folgende Objekte abgelichtet:
der
Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules,
M13, auch genannt Herkuleshaufen und der
Planet Saturn, den ich endlich nach einem Jahr festhalten
konnte, einmal ohne und einmal mit Barlowlinse.
Planet Mars:
M51 Whirlpool-Galaxie:
M13 Herkuleshaufen:
Planet Saturn:
Planet Saturn mit Barlow:
Fazit des Montierungstestes ist, ich kann max. 2min ohne guiding belichten!!
Mittwoch, 07.04.2010
21.00 Uhr
Ich komme gerade aus der Arbeit und habe ganz schnell noch die Planeten Venus und Merkur am Abendhimmel erwischt.
Dazu musste ich das Stativ zur Abwechslung mal vorne vor der Haustür platzieren, da die Beiden im Westen standen.
Samstag, 17.04.2010
20.30 bis 0.00 Uhr
Heute muß ich den klaren Himmel ausnutzen, da in Deutschland Flugverbot herrscht und somit keine einziger Flieger am
Himmel zu sehen ist.
Ich habe mich heute dazu entschlossen, daß 500mm Objektiv auszuprobieren.
Also erst mal das sog. Leo-Triplet, bestehend aus den Galaxien M65, M66 und NGC3628, im Sternbild Leo fotografiert.
Später noch mal kurz auf den Sternhaufen Praesepe geschwenkt, in dessen Nähe immer noch der Planet Mars zu sehen ist.
Abschließend kamen dann noch die Galaxien M81 und M82 im Sternbild Ursa Major an die Reihe.
Im Ganzen bin ich ganz zufrieden mit dem Abend, es müssen aber einfach längere Belichtungszeiten her.
Leider funktioniert das PHD-Guiding noch nicht, ich bekomme keine Verbindung zur Montierung.
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