Die Sterne
Sterne entstehen aus rotierenden, heißen Gas- und Staubwolken (
Nebel).
Wenn in ihrem Inneren Wasserstoff "verbrennt", werden sie immer heißer (
Protostern) und beginnen zu leuchten.
Nach Millionen von Jahren stirbt der Stern schließlich.
Jeder Stern unterscheidet sich in Farbe, Temperatur, Leuchtkraft, Größe und Alter.
Es gibt z.B. die:
-
Gelben Zwerge, zu denen auch unsere Sonne gehört
-
Roten Zwerge, wie Proxima Centauri, sie sind am häufigsten im Universum, sind klein und leuchten nur sehr schwach
-
Weißen Zwerge, wie Sirius B, meist kleiner als die Erde, aber trotzdem sehr massiv
-
Zwergsterne, wie Sirius A, sie sind blauweiß, ca. 10 000°C heiß und fast doppelt so groß wie unsere Sonne
-
Blauen Überriesen, wie z.B. Rigel, er ist 50mal größer als die Sonne und leuchtet 40 000mal heller
-
Orangen Riesen, wie Arcturus, er ist zwar kälter als die Sonne, aber 25mal größer und leuchtet deshalb heller
-
Roten Überriesen, wie Antares, ungefähr 400mal größer als die Sonne
Geburt und Tod eines Sternes:

Ein massereicher Stern z.B. wird zuerst zum
Überriesen und endet dann schließlich als
Supernova.
Ein sonnenähnlicher Stern wird zum
Roten Riesen und endet als
Planetarischer Nebel.
Ein roter Riese ist ungefähr 10mal größer als unsere Sonne, ein Überriese sogar 100mal so groß!!!
Zur besseren Vorstellung hier mal der Vergleich zur Sonne:
Herkunft der Sternnamen:
Historische Eigennamen sind heute ungefähr für 240 Sterne in Gebrauch.
Da die griechischen Sternnamen teils zu kompliziert waren, wurden meist die arabischen Sternnamen verwendet.
Diese wurden mehrmals ins Lateinische übersetzt, wobei immer wieder Übersetzungsfehler enstanden.
3000 v.Chr.: die ersten Sterne werden von den Sumerern benannt.
800 v.Chr.: Kenntnisse werden von den Griechen übernommen.
150 n.Chr.: griechische Namen werden von Ptolemäus dokumentiert.
800 n.Chr.: Araber übersetzen die griechischen Namen, ändern diese teilweise und benennen Sterne neu.
ab 1115: Übersetzung der arabischen Namen ins Europäische (fehlerhaft), Einführung neuer Sternnamen (arabisch klingend).
Nicht alle Sterne haben Eigennamen.
Der Astronom Johann Bayer ersann 1604 ein System, mit dem er allen sichtbaren Sternen griechische Buchstaben gab.
So erhielt der hellste Stern eines Sternbildes den Buchstaben Alpha und den Genitiv des lateinischen Sternbildnamens.
Der Zweithellste bekam den Buchstaben Beta, der Dritthellste Gamma und so weiter.....
Allerdings wird dieses System nicht bei allen Sternbildern eingehalten.
Sternsysteme:
Die verschiedenen Sternsysteme werden wie folgt unterteilt:
- Einzelsterne:
viele Sterne, die wir am Himmel sehen, sind Einzelsysteme.
- Doppelsterne:
Die meisten Sterne jedoch sind Doppel- oder Mehrfachsysteme.
Hier unterscheidet man zwischen folgenden "Varianten":
- Physische Doppelsterne:
sie stehen räumlich eng beieinander und bewegen sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt.
- Optische Doppelsterne:
die beiden Sterne stehen am Himmel aus unserer Sicht in der gleichen Blickrichtung.
- Mehrfachsterne:
sind physische Doppelsternsysteme aus mehr als zwei Sternen.
Bekannte Doppelsterne:
- Mizar im Sternbild Ursa Major
- Albireo im Sternbild Cygnus
- Castor im Sternbild Gemini
- Almach im Sternbild Andomeda
- Algieba im Sternbild Leo
- Cor Caroli im Sternbild Canes Venatici
- ϑ Orionis im Sternbild Orion
- ε Lyrae im Sternbild Lyra
- Sternhaufen:
Alle Sterne entstehen in Gruppen, nur manche bleiben aber im Verlauf ihres Lebens zusammen.
Sternhaufen werden unterteilt in zwei Gruppen:
- Offene Sternhaufen:
bestehen aus leuchtenden, jungen Sternen, die aber mit der Zeit auseinander gehen und sich dann schließlich auflösen.
Die Sterne haben unterschiedliche Formen und Größen.
Bekannte Offene Sternhaufen:
- H & Chi Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus
- M41 im Sternbild Canis Major
- M44 (Praesepe) im Sternbild Cancer
- M45 (Plejaden) im Sternbild Taurus
- NGC 4755 (Schmuckkästchen) im Sternbild Crux
- M11 (Wildentenhaufen) im Sternbild Scutum
- Kugelsternhaufen:
im Gegensatz zum Offenen Haufen besteht ein Kugelhaufen aus alten Sternen, die ein Leben lang beieinander bleiben.
Alle Sterne sind auf das Zentrum des Haufens ausgerichtet.
Bekannte Kugelsternhaufen:
- ω Centauri im Sternbild Centaurus
- 47 Tucanae im Sternbild Tucana
- M3 im Sternbild Canes Venatici
- M13 im Sternbild Hercules
- M15 im Sternbild Pegasus
- M22 im Sternbild Sagittarius
- Veränderliche (variable) Sterne:
Manche Sterne haben eine unterschiedliche Leuchtkraft, sie schwanken in ihrer Helligkeit.
Auch hier gibt es verschiedene Gruppen:
- Bedeckungsveränderliche:
dabei bedecken sich zwei Sterne (in einem Doppelsternsystem), indem sie hintereinander vorbeilaufen.
Sie werden auch Optische Veränderliche genannt, da ihre Leuchtkurve periodisch ist und sich nur die Lichtkurve des Systems minimal verändert.
- Pulsationsveränderliche:
solche Sterne verändern selbst ihre Größe (Radius und Temperatur), dadurch ändert sich auch ihre Helligkeit.
- Rotationsveränderliche:
diese Sterne verändern ihre Leuchkraft aufgrund der Deformation engstehender Doppelsterne.
Wie schon beschrieben ist ja auch unsere Sonne ein Stern.
Sie ist vom Zentrum der Milchstrasse ungefähr 2/3 des Weges dorthin entfernt.
Im Umkreis von 24 Lichtjahren der Sonne befinden viele weitere
Sternsysteme.
Die meisten sind nicht wie unsere Sonne ein
Einzelsystem, sondern überwiegend
Zweier- oder
Dreiergruppen.
Unsere Nachbarsonnen sind zum großen Teil
Rote Zwerge, sie sind ca. halb so groß wie unsere Sonne und ihre Temperatur ist kälter.
Unsere 10 Nächsten Sterne:
System
|
Sterne
|
Entfernung zur Sonne
|
Farbe
|
|
|
Proxima Centauri |
4,22 Lichtjahre |
rot
|
|
Dreier |
α CENTAURI A |
4,39 Lichtjahre |
gelb |
|
|
α CENTAURI B |
4,39 Lichtjahre |
orange |
|
Einzel |
Barnard´s Star |
5,98 Lichtjahre |
rot |
|
Einzel |
Wolf 359 |
7,78 |
rot |
|
Einzel |
Lalande 21185 |
8,26 |
rot |
|
Doppel |
Sirius A |
8,55 |
blauweiß |
|
|
Sirius B |
8,55 |
weiß |
|
Doppel |
Luyten 726-8A |
8,73 |
rot |
|
|
Luyten 726-8B |
8,73 |
rot |
|
Einzel |
Ross 154 |
9,45 |
rot |
|
Einzel |
Ross 248 |
10,32 |
rot |
|
Einzel |
ε ERIDANI |
10,50 |
orange |
|
Einzel |
Ross 128 |
10,94 |
rot
|
Die 20 hellsten Sterne:
Platz
|
Name
|
Sternbild lateinisch
|
Sternbild deutsch
|
MAG
|
|
1 |
Sirius |
Canis Major |
Großer Hund |
-1,46 |
|
2 |
Canopus |
Carina |
Schiffskiel |
-0,72 |
|
3 |
Rigil Kentaurus |
Centaurus |
Kentaur |
-0,27 |
|
4 |
Arktur |
Bootes |
Bärenhüter |
-0,04 |
|
5 |
Wega |
Lyra |
Leier |
0,03 |
|
6 |
Capella |
Auriga |
Fuhrmann |
0,08 |
|
7 |
Rigel |
Orion |
Orion |
0,12 |
|
8 |
Prokyon |
Canis Minor |
Kleiner Hund |
0,38 |
|
9 |
Achernar |
Eridanus |
Fluß Eridanus |
0,46 |
|
10 |
Beteigeuze |
Orion |
Orion |
0,5 |
|
11 |
Hadar |
Centaurus |
Kentaur |
0,61 |
|
12 |
Atair |
Aquila |
Adler |
0,77 |
|
13 |
Acrux |
Crux |
Kreuz des Südens |
0,83 |
|
14 |
Aldebaran |
Taurus |
Stier |
0,85 |
|
15 |
Antares |
Scorpius |
Skorpion |
0,96 |
|
16 |
Spica |
Virgo |
Jungfrau |
0,98 |
|
17 |
Pollux |
Gemini |
Zwillinge |
1,14 |
|
18 |
Fomalhaut |
Piscis Austrinus |
Südlicher Fisch |
1,16 |
|
19 |
Deneb |
Cygnus |
Schwan |
1,25 |
|
20 |
Beta Crucis |
Crux |
Kreuz des Südens |
1,25 |
Mehr Informationen über die Einteilung der Sterne, wie z.B. Sternhelligkeit, Spektralklassen und Größenklassen
findet ihr separat auf der Seite
Sternhelligkeit.