Der Refraktor / Linsenteleskop
Der Refraktor wird auch Linsenteleskop genannt, es hat anstelle von Spiegeln eine oder mehrere Linsen.
Hier eine Abbildung, welche die Funktionsweise verdeutlicht:

Die Tubuslänge entspricht in etwa der Brennweite des Objektives.
Die
Objektivlinse(Hauptlinse) liegt am Anfang des Tubus und mit ihrer Hilfe wird das einfallende Licht gesammelt, im Inneren des Tubus fokussiert und anschließend über ein Okular am anderen Ende wieder ausgegeben.
Das Okular ist meist ein Winkelprisma mit 90° oder 45° Einblick.
Man unterscheidet hier zwischen den Systemen:
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Chromat (mit 1 Linse)
Refraktoren mit nur einer Linse werden als Chromaten bezeichnet und haben leider das Problem mit der chromatischen Aberration, auch genannt Blausaum.
Das ist ein Farblängsfehler, der dadurch entsteht, weil das Licht in den Linsen wellenlängenbedingt unterschiedlich stark gebrochen wird.
Ein System mit nur einer Linse hat praktisch keinen gemeinsamen Brennpunkt, die Farben Rot, Blau und Grün kommen in einem unterschiedlich gelagerten Brennpunkt zusammen, weil
die Brennweite für rotes Licht länger ist als die für blaues oder grünes Licht.
Für die Beobachtung ist ein solches System eigentlich unbrauchbar, weil die Abbildungsqualität stark beinträchtigt wird.
Chromaten findet man oft in Kaufhäusern als Billigteleskope, es sind höchstenfalls Spielzeuge für Kinder, als Hände weg.
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Achromat (mit 2 Linsen)
Refraktoren mit zwei Linsen werden als Achromaten oder auch als Fraunhofer bezeichnet.
Durch die zweite, etwas anders geschliffene Linse, wird der Abbildungsfehler schon wesentlich verbessert.
Zwei Farben, rot und grün, können so in einem gemeinsamen Brennpunkt zusammengeführt werden.
Der Fokus der dritten, blauen Farbe, ist leider noch außerhalb des Brennpunktes.
Bei der Beobachtung und Fotografie erscheinen so sehr helle Sterne mit leichten blauen Rändern, was aber meiner Meinung nach
eher gering auffällt und stört.
- Öffnung: 3" bis 6"
- Öffnungsverhältnis: f/5 bis f/11
- Preis: 80 bis 150 Euro
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Apochromat (mit 3 Linsen)
Refraktoren mit drei Linsen werden Apochromaten genannt, sie sind die besten Refraktoren in Sachen Beseitigung oder
Verbesserung der chromatischen Aberration.
Alle drei Farben können durch die dritte, sehr teure Linse in einem gemeinsamen
Brennpunkt vereint werden.
Vorsicht ist hier jedoch geboten beim Namen Apochromat, nicht überall, wo dieser Name draufsteht, ist auch wirklich ein Apochromat drin!!!
- Öffnung: 2,5" bis 8"
- Öffnungsverhältnis: f/5 bis f/8
- Preis: 500 bis weit über 10 000 Euro
ED-Refraktor/Halbapochromat:
Es gibt zwischen den Achromaten und den Apochromaten noch Zwischenstufen von Refraktoren, die sog.
ED-Apochromaten, Semi-Apochromaten oder Halb-Apochromaten.
Sie sind meist zweilinsig, die Farbfehlerkorrektur ist recht gut.
Eine der beiden Linsen ist dabei aus einem Spezialglas gefertigt.
Der Preis ist im Gegensatz zu den Apochromaten auch noch akzeptabel.
- Öffnung: 2,5" bis 5"
- Öffnungsverhältni: f/5 bis f/7,5
- Preis: 260 bis 1.500 Euro
Vor- und Nachteile von Refraktoren:
- Vorteile:
- Preiswerte Einsteigergeräte (Achromaten)
- einfache Handhabung
- keine Justage notwendig
- keine Anpassung an Umgebungstemperatur
- hohe Transmission (fast kein Lichtverlust)
- kein Streulicht oder Reflektion
- Nachteile:
- bei grossen Geräten ab 6" wird das Teleskop recht unhandlich und schwer zu transportieren.
- bei Chromaten die chromatische Aberration
- Apochromaten sehr teuer
Beobachtung:
- Achromaten sind gut geeignet für die Beobachtung von Sonne, Mond und Planeten.
- Apochromaten eignen sich gut für Sonne, Mond, Planeten, aber auch kleine und große Deepskyobjekte.
Justage von Refraktoren:
Justierung bedeutet die korrekte Ausrichtung aller optischen Bestandteile am Teleskop zueineander und zum einfallenden Licht.
Refraktoren müssen nicht justiert werden.
Obstruktion
kommt bei Refraktoren nicht vor.
Farbfehler
Wie oben schon beschrieben kann der Farbfehler ausschließlich nur bei Refraktoren auftreten, dann wenn gesammeltes Licht gebrochen wird, was nur mit einer Linse möglich ist.
Dieser wird auch als
chromatische Aberration oder
Blausaum bezeichnet.
Hauptsächlich tritt der Fehler bei der Beobachtung (mit einem Chromaten oder einem schlechten Achromaten)
von helleren Objekten wie beispielsweise Sterne, Mond oder Planeten auf.