Der Reflektor / Spiegelteleskop
Der Reflektor wird auch Spiegelteleskop genannt.
Das Spiegelteleskop funktioniert mit 2 Spiegeln, dem
Primärspiegel (auch Hauptspiegel) und dem
Sekundärspiegel.
Das am Eingang des Tubus eintretende Licht trifft am hinteren Ende des Tubus auf den Primärspiegel, der ein Hohlspiegel ist.
Dieser sammelt und fokussiert das Licht und reflektiert es auf den Sekundärspiegel, auch gennant Fangspiegel.
Dieser bündelt das Licht und lenkt es anschließend aus dem Tubus in ein Okular.
Da der Fangspiegel ja mittem im Strahlengang im Tubus sitzt, muß er irgendwie befestigt werden.
Dazu ist die sog.
Fangspiegelspinne da, eine Strebe, die den Spiegel hält und im Tubusinneren befestigt ist.
Den Fangspiegel sieht man weder bei der Beobachtung, noch bei der Fotografie.
Jedoch hält er einen Teil des einfallenden Lichts ab, was zu einem
Helligkeitsverlust und zu
Kontrastverlust, auch genannt
Obstruktion, führt.
Die Fangspiegelstrebe hingegen kann bei der Fotografie gesehen werden, in Form von Strahlen um helle Objekte (sog.
Beugungserscheinung).
Reflektoren werden noch in weitere Kategorien aufgeteilt,
die Gängigsten werden auf den folgenden Seiten noch extra behandelt:
Vor- und Nachteile von Reflektoren:
- Vorteile:
- kein Farbfehler (chromatische Aberration)
- einfache Handhabung
- große Öffnungen auch für wenig Geld
- Baulänge kürzer als effektive Brennweite (z.B. bei Cassegrain)
- Auskühlzeiten nicht so lang da vorne offener Tubus
- Nachteile:
- Beugungserscheinung (Strahlenbildung um helle Sterne) durch die Fangspiegel-Streben
- Obstruktion (durch den Fangspiegel im Strahlengang kommt es zu Verringerung von Helligkeit und Kontrast)
- regelmäßige Justage der Spiegel (Kollimierung)
- mittlere Anpassung an Umgebungstemperatur
- große Geräte relativ schwer
Beobachtung:
- für kleine und große Deep-Sky-Objekte
- Sonne, Mond, Planeten
Justieren (Kollimieren) von Reflektoren:
Justierung (
Kollimation) bedeutet die korrekte Ausrichtung aller optischen Bestandteile am Teleskop zueineander und zum einfallenden Licht.
Im Prinzip muss jeder Reflektor justiert werden, um damit die beste Leistung zu erbringen.
Newton-Teleskope müssen regelmässig justiert werden, weshalb sich viele gegen die Anschaffung eines Newton entscheiden.
Meiner Meinung nach jedoch ist der Zeitaufwand dafür nicht der Rede wert.
Achtung ist hier bei billigen Teleskoptypen geboten, da diese oft keine Möglichkeit zur Selbst-Justage haben und dann nach gewisser Zeit einfach nicht
mehr richtig funktionieren oder die Justierung teuer von einem Fachmann vorgenommen werden muss.
Eine sehr gute Anleitung zur Justierung eines Newton-Teleskopes findet ihr auf folgenden Seiten:
www.taliener.de
www.pteng.de
Obstruktion Beugungserscheinung:
Zu einer Obstruktion kommt es dadurch, dass der Fangspiegel im
Strahlengang teilweise den Hauptspiegel abdunkelt.
Das verursacht eine
Verringerung von
Helligkeit und
Kontrast und es kommt zu
Beugungserscheinungen durch die Fangspiegelstreben.
Hier sind vor allem der Newton betroffen, aber auch das Schmidt-Cassegrain und das Maksutov.
Da unser Auge jedoch eine Obstruktion unter 20% fast nicht feststellen kann spielt das auch weiter keine grosse Rolle.
Als grosser Nachteil erweist sich die Obstruktion hauptsächlich nur bei hoch obstruierten Teleskopen wie z.B aus Fernost.
Farbfehler (chromatische Aberration):
kommt nur bei Refraktoren vor.