Orientierung am Himmel
Um als Einsteiger am Nachthimmel etwas finden zu können, ist die Orientierung eine Grundvoraussetzung.
Am Anfang werden gerne Hilfsmittel wie die
Planisphäre, Sternkarten oder Atlanten verwendet.
Es ist aber nicht schlecht, sich später auch mal ohne Hilfsmittel zurecht zu finden.
Zum besseren Verständnis des Himmels möchte ich hierzu einiges erklären:
Der Nachthimmel ist übersät von Millionen von Sternen, Galaxien und noch vielem mehr.
Er ist ständig in Bewegung, dadurch daß sich unsere Erde dreht und somit auch der Himmel über uns nicht stehen bleibt.
Welchen Abschnitt (
Sphäre) und welche Sternbilder man sehen kann, hängt auch davon ab, welchen Standort (
Breitengrad) man auf der Erde hat (z.B. Südhalbkugel, Nordhalbkugel oder Äquator).
Nachfolgend drei Beispiele:
- blau: immer sichtbare Sterne
- hellblau: zu einem best. Zeitpunkt sichtbare Sterne
- lila: nie sichtbare Sterne
Würden wir uns auf dem Nordpol befinden, so könnten wir also nur die Sterne sehen, die sich auf der Nordhalbkugel befinden.
Die Sterne, die sich südlich, also auf der Südhalbkugel befinden, können wir nicht sehen.
Befinden wir uns in Mittleren Breiten, beispielsweise in Mitteleuropa, so können wir schon viel mehr Sterne am Himmel beobachten.
Nur die Sterne, die sich sehr weit im Süden befinden, können nicht gesehen werden.
Wäre unser Beobachtungsstandort am Äuqutor, so könnten wir zu verschiedenen Zeiten im Jahr alle Sterne bzw. Sternbilder des Himmels sehen.
Also auf gehts nach Ecuador!!!
Kartierung/Koordinaten des Himmels:
Zu den wichtigsten Hilfmitteln bei der Himmelsbeobachtung zählt eine Himmelskarte.
Als Grundlage einer Himmelskarte dient die Himmelsphäre, eine gedachte Kugel um die Erde, die mit einem Liniennetz und einem Koordinatensystem ausgestattet ist.
Mit ihrer Hilfe kann sich sowohl der Anfänger wie auch der Profi wie auf einer Landkarte am Himmel zurecht finden.
Das Koordinatensystem besteht aus der Rektaszension(RA) und der Deklination(Dek), wie bei der Landkarte Breiten- und Längengrade und dienen zur Bestimmung der Position der Sterne.
Der Himmelsäquator ist das Gegenstück zu unserem Äquator, er teilt die Sphäre in Nordhalbkugel und Südhalbkugel.
Die Deklination wird nördlich und südlich des Himmelsäquators in Grad gemessen.
Nördlich des Äquators ist der Wert positiv(z.B. Dek +20° oder 20°N), südlich hat er einen negativen Wert(z.B. Dek -20° oder 20°S).
Der Himmelsnordpol hat die Deklination 90°.
Die Rektaszension wird ausgehend vom sogenannten Frühlingspunkt in Richtung Osten entlang des Himmelsäquators in Stunden und Minuten gemessen.
Da die Erde sich jeden Tag um sich selbst dreht, wandert auch der Himmel ständig an einem "gedachten" Punkt (z.B. Süden oder Osten)
vorbei.
Wenn ein Stern exakt im Süden steht (Meridianpassage), spricht man von seiner Sternzeit.
Wenn der Stern dann weiter wandert, spricht man vom Stundenwinkel.
Damit ändern sich seine Sternzeit und auch der Stundenwinkel ständig, wobei die Rektaszension und die Deklination am Himmel aber "feststehen".
So hängt also die Position eines Sternes am Himmel von der Uhrzeit bzw. vom Standort des Beobachters ab.
Dieser Stundenwinkel muss also immer wieder und für jeden Ort neu berechnet werden: aus der aktuellen Sternzeit und dem aktuellen Wert der
Rektaszension des Sternes.
Die drehbare Sternkarte (Planisphäre) ist ein sehr gutes Hilfsmittel zur Orientierung am Sternenhimmel.

Die Nordpolarkarte reicht von 50°N bis 90°N.
Die Südpolarkarte reicht von 50°S bis 90°S.
Der Polarstern:
Unsere Erde dreht sich um eine Nord-Süd-Achse.
Dadurch scheinen sich die Sterne im Norden und im Süden um einen festen Punkt zu drehen.
Der Polarstern (Polaris) im Sternbild Ursa Minor liegt dem nördlichen Himmelspol sehr nahe, im Süden ist
es der Stern Sigma Octans im Sternbild Octant.
Da unsere Erdachse ungefähr alle 26 000 Jahre eine Art Taumelbewegung vollzieht und um sich selbst
rotiert (Präzission), wandern so die Himmelspole und andere Sterne markieren dann die Pole.
Die Ekliptik
Ekliptik nennt man die Bahn, auf der sich die Erde um die Sonne bewegt.
Von der Erde aus betrachtet sieht es so aus, als ob die Sonne im Verlaufe eines Jahres auf eben dieser Bahn über den Himmel zieht.
Genau wie die Sonne befinden sich auch die Tierkreis-Sternbilder auf dieser Bahn, die so ständig von der Sonne durchwandert werden.
Diese Sternbilder werden außerdem auch noch vom Mond und den anderen Planeten durchwandert.
Durch die oben schon beschriebene Taumelbewegung der Erde, verschiebt sich auch die Lage der Ekliptik und des Himmelsäquators.
Der zeitliche Sonnendurchlauf durch den Tierkreis ist beispielsweise im Gegensatz zur Antike heute um mehr als ein Sternbild
verschoben.
Veränderungen am Himmel:
Unsere Erde dreht sich innerhalb von 24 Stunden einmal um ihre eigene Achse und einmal im Jahr um unsere Sonne.
Die Bewegung nehmen wir zwar nicht wahr, jedoch können wir sie durch die Bewegung der Objekte am Himmel erkennen.
Am Tag ist es die Bewegung der Sonne, nachts die Bewegung der Sterne.
Die Sterne ziehen genau wie auch die Sonne von Osten nach Westen.
Wie schon oben beschrieben hängt es vom Standort des Betrachters ab, welchen Teil der Himmelsphäre man sieht und wie sich die Sterne dort bewegen.
Hier drei Beispiele:
Entfernung von Sternen:
Je länger man sich mit der Erkundung des Himmels beschäftigt, umso besser findet man sich zurecht und kann die einzelnen Objekte identifizieren.
Von der Erde aus betrachtet haben die Sterne meist die gleiche Entfernung.
Die Entfernung naher Sterne wird mit der Parallaxen-Methode gemessen. Hierfür wird ein Stern im Abstand von 6 Monaten beobachtet. Seine Entfernung läßt sich so durch die scheinbare Verschiebung seiner Position berechnen.
Sterne, die weiter entfernt liegen, werden durch die Analyse ihres Lichtes vermessen.
Entfernungen innerhalb unseres Sonnensystemes werden mit Hilfe von Radar gemessen.
Hier eine bildliche Darstellung der Parallaxen Methode: