Die Okulare
Auch mit der Auswahl der Okulare sollte man sich im Vorhinein intensiver beschäftigen.
Hier gibt es enorme Qualitätsunterschiede und eine grosse Anzahl an verschiedenen Typen und Grössen.
Auch die Kompatibilität mit dem Teleskop sollte nicht außer Acht gelassen werden.
Wie schon bei den Montierungen kann man auch bei den Okularen viel Geld investieren.
Okulare unterscheiden sich in:
- Vergütung
- Steckmaß
- Filtergewinde
- Linsenanzahl und Linsentypen
- Augenabstand
- Brennweite
- Gesichtsfeld
- Preis
Die Funktionsweise eines Okulars:
Das Licht, das von den Spiegeln und Linsen der Teleskope zu einem Bild fokussiert wird, wird schließlich von den Okularen vergrößert.
Die hier entstehenden Bilder stehen auf dem Kopf, was aber die Beobachtung nicht einschränkt.
Spezielle Okulare drehen diese Bilder wieder um.
45°-Prismen z.B. kehren das Bild um, 90°- Prismen kehren das Bild um und vertauschen noch links und rechts.
Weitwinkelokulare liefern ein größeres Gesichtsfeld.
Die Vergrößerung hängt ganz davon ab, welche Brennweite das Okular und auch das Teleskop hat.
Hier lautet die Formel:
Vergrößerung = Brennweite des Teleskopes / Brennweite des Okulares
Beispiel:
48-fach = 1200mm / 25mm
133-fach = 1200mm : 9mm
Also je kleiner die Brennweite des Okulares, desto größer wird die Vergrößerung.
Um stärkere Vergrößerungen zu bekommen, kann man zusätzlich noch die sog.
Barlowlinsen zwischensetzen.
Bei einer 2-fach Barlowlinse z.B. verstärkt sich die Vergrößerung noch einmal um das Doppelte.
Es gibt verschiedene Arten von Okularen:
-
Kunststoff-Okulare
- sie werden meist zu den "Billig-Teleskopen" aus dem Kaufhaus mitgeliefert.
- zweilinsiges Okular mit schlechten optischen Eigenschaften.
- Preis unter 5 Euro.
- nicht zu empfehlen!
- Huygens-Okulare
- sie werden auch oft zu den "Billig-Teleskopen" aus dem Kaufhaus mitgeliefert.
- preisgünstiges zweilinsiges Okular.
- Da sie teilweise nur ein 0,96" Steckmaß haben in der Praxis meist nicht zu verwenden.
- für hohe Ansprüche auch nicht zu empfehlen.
- Kellner-Okulare
- preisgünstiges dreilinsiges Okular mit guten optischen Eigenschaften.
- lichtstark bei hochwertiger Vergütung.
- Nachteil: kleines Gesichtsfeld und geringer Augenabstand
- Preis ca 30 Euro.
- Plössl-Okulare
- vierlinsige Okulare.
- hier gibt es "Plössl", "Super-Plössl" oder "Super-Weitwinkel-Plössl".
- sehr gute optische Eigenschaft.
- Preis ab 70 Euro.
- Orthos-Okulare
- bestes vierlinsiges Okular.
- fehlerfreie Abbildung.
- Preis ab 100 Euro.
- Erfle-Okulare
- Fünf- oder sechslinsiges Okular.
- vergrössertes Gesichtsfeld.
- Preis ab Euro.
- Nagler-Okulare
- sieben und mehr Linsen-Okular.
- großes Gesichtsfeld und sehr gute Feldkorrektur.
- Preis ab Euro.
Wichtige Kriterien bei der Okularauswahl:
-
Vergütung (Verarbeitung):
Nur hochwertige Okulare haben eine Multivergütung und schwarze Linsenkanten.
Das ist für perfekte Leistung sehr wichtig.
- Steckmaß:
Okulare gibt es in verschiedenen Steckmaßen: 1,25" und 2".
Standard sind hier die 1,25", die in allen möglichen Grössen zu erwerben sind.
- Filtergewinde:
Okulare sollten auch immer ein genormtes Filtergewinde besitzen, um für die Astrofotografie oder auch einfach nur zur besseren Beobachtung
einen Filter einschrauben zu können.
- Linsenanzahl:
Je mehr Linsen in einem Okular, umso mehr Licht geht auch verloren.
Ist die Qualität jedoch sehr gut, macht sich das kaum noch bemerkbar.
- Augenabstand:
Beim Augenabstand kommt es immer auf das jeweilige Empfinden des Einzelnen an.
Der Abstand vom Auge zum Okular sollte so gewählt werden, dass die Wimpern oder eine getragene Brille nicht die Linse berühren.
- Brennweite:
1,25" Okulare gibt es in vielen verschiedenen Brennweiten von 2mm bis zu 50mm, man hat also sehr viele Vergrößerungsmöglichkeiten.
Die richtige Brennweite ist immer vom Teleskop und dem Beobachtungsziel abhängig.
- Gesichtsfeld
Das Gesichtfeld eines Okulares wird mit einer Grad-Zahl angegeben.
Auch hier kommt es wieder auf den Teleskoptyp und die Beobachtungsziele an, welches Gesichtsfeld benötigt wird.
Bei Deep-Sky-Beobachtungen braucht man eher ein grosses Gesichtfeld als bei der Planetenbeobachtung.
- Staffelung
Mit der Staffelung ist hier gemeint, welche verschiedenen Okulare man sich am Anfang zulegen sollte, um
möglichst viele verschiedene Vergrösserungen zu bekommen.
Meiner Meinung nach reichen für den Anfang 4-6 verschiedene Okulare vollkommen aus.
Für mein f/8 Teleskop benutze ich z.B 25mm, 9mm und 6mm Okulare (ein 32mm ist noch in Planung)
- Austrittspupille (AP)
Austrittspupille = Objektivdurchmesser : Fernrohrvergrößerung
AP zwischen 7mm und 8mm sind meist das Maximum (für unser Auge).
Beim Minimum geht man von 0,5mm aus.
Meine Okulare:
Super-Weitwinkel-Plössl 6mm
SuperPlössl 9mm
SuperPlössl 25mm
Kellner 4mm
Kellner 12mm
Kellner 20mm
Ich bevorzuge die Plössl-Okulare, die Kellner waren beim Refraktor dabei.
Man merkt eindeutig den Unterschied zwischen beiden.