Das Newton-Teleskop
Der Newton-Reflektor ist der einfachste Reflektor mit einem
Parabolspiegel als Hauptspiegel und einem
planen Fangspiegel.
Dieser lenkt das Licht um 90° durch ein Loch in der Tubuswand hinaus.
Man blickt bei diesem Teleskoptyp also seitlich am vorderen Ende des Tubus durch das Okular.
Hier eine Abbildung, welche die Funktionsweise verdeutlicht:
Bedingt durch ihre Bauart sind diese Arten von Teleskopen recht günstig in der Anschaffung.
Newton-Teleskope gibt es mit großen Öffnungen und sog.
"schnellen Öffnungsverhältnissen".
Das bedeutet, daß sie eine große Öffnung (großer Hauptspiegel) und eine kleine Brennweite haben.
Beispielsweise ein Dobson mit einem Hauptspiegel von 200mm Durchmesser (8") und einer Brennweite von 800mm.
Das ergibt ein "schnelles" Öffnungsverhältnis von f/4 oder 1:4 oder 1/4 (Brennweite / Öffnung).
Newtons mit einem Öffnungsverhältnis zwischen f/4 und f/6 sollten dann aber mit einem
Koma-Korrektor (zusätzliches Linsensystem im Okularauszug) versehen werden,
da sie systembedingt leider den Bildfehler
"Koma" aufweisen.
Das bedeutet, daß die Sterne bei der Fotografie am Rand des Gesichtsfeldes nicht mehr punftförmig, sondern strichförmig, kometenähnlich abgebildet werden, was meiner Meinung nach nicht so von großer Bedeutung ist.
- Öffnung: 6" bis 12"
- Öffnungsverhältnis: f/4 bis f/6
- Preis: 80 bis 1.500 Euro
Vor- und Nachteile von Newton-Reflektoren:
- Vorteile:
- kein Farbfehler (chromatische Aberration)
- lichtstarke Versionen verfügbar
- einfache Handhabung
- große Öffnungen auch für wenig Geld
- Auskühlzeiten nicht so lang da vorne offener Tubus
- Nachteile:
- Beugungserscheinung (Strahlenbildung um helle Sterne) durch die Fangspiegel-Streben
- Bildfehler Koma (bei Öffnungsverhältnis zwischen f/4 und f/6)
- Obstruktion (durch den Fangspiegel im Strahlengang kommt es zu Verringerung von Helligkeit und Kontrast)
- regelmäßige Justage der Spiegel (Kollimierung)
- mittlere Anpassung an Umgebungstemperatur
Beobachtung:
- für kleine und große Deep-Sky-Objekte
- Sonne, Mond, Planeten
Justieren (Kollimieren) von Newton-Reflektoren:
Justierung (
Kollimation) bedeutet die korrekte Ausrichtung aller optischen Bestandteile am Teleskop zueineander und zum einfallenden Licht.
Im Prinzip muss jeder Reflektor justiert werden, um damit die beste Leistung zu erbringen.
Newton-Teleskope müssen regelmässig justiert werden, weshalb sich viele gegen die Anschaffung eines Newton entscheiden.
Meiner Meinung nach jedoch ist der Zeitaufwand dafür nicht der Rede wert.
Achtung ist hier bei billigen Teleskoptypen geboten, da diese oft keine Möglichkeit zur Selbst-Justage haben und dann nach gewisser Zeit einfach nicht
mehr richtig funktionieren oder die Justierung teuer von einem Fachmann vorgenommen werden muss.
Eine sehr gute Anleitung zur Justierung eines Newton-Teleskopes findet ihr auf folgenden Seiten:
www.taliener.de
www.pteng.de
Obstruktion und Beugungserscheinung:
Zu einer Obstruktion kommt es dadurch, dass der Fangspiegel im
Strahlengang teilweise den Hauptspiegel abdunkelt.
Das verursacht eine
Verringerung von
Helligkeit und
Kontrast und es kommt zu
Beugungserscheinungen durch die Fangspiegelstreben.
Hier sind vor allem der Newton betroffen, aber auch das Schmidt-Cassegrain und das Maksutov.
Da unser Auge jedoch eine Obstruktion unter 20% fast nicht feststellen kann spielt das auch weiter keine grosse Rolle.
Als grosser Nachteil erweist sich die Obstruktion hauptsächlich nur bei hoch obstruierten Teleskopen wie z.B aus Fernost.
Farbfehler (chromatische Aberration):
kommt nur bei Refraktoren vor.