Die Kamerawahl
Wie schon beim Teleskop stellt sich der Anfänger auch bei der Astrofotografie wieder die Frage: welche Kamera soll ich verwenden und was
kostet mich der Spaß?
Auch hier muss man leider wieder sagen, dass das nicht einfach zu beantworten ist.
Es kommt wieder darauf an, was fotografiert werden soll und mit welcher Technik.
Geeignete Kameras:
Webcams
Webcams sind für den Anfang bei der Planeten-, Mond- und Sonnenfotografie gut geeignet, diese Objekte sind hell genug für die Kameras.
Leider weniger geeignet ist die Aufnahme von Deepsky-Objekten, da diese meist zu lichtschwach für die Kameras sind.
Vorteile:
- preisgünstig
- sehr schnell (bis zu 60 Bilder pro Sekunde)
- klein, leicht und handlich
- fokale Projektion
- gut geeignet für Planeten, Mond, Sonne
- abnehmbare Kameraobjektive
Nachteile:
- Bildrauschen
- oft nur CMOS-Chip
- kurze Belichtungszeiten (max. 1/25s)
- schlecht geeignet für Deepsky
- geringe Chipgrösse
Die Webcam Philips ToUcam PCVC 840K bildet in vielen Details hier eine Ausnahme.
Diese wird separat auf der Seite Toucam noch beschrieben.
Digitalkameras
Diese Kameras sind im Preis schon etwas teurer (ab 100 Euro) als die Webcams, haben dafür aber bessere Kamerachips und Auflösungen.
Sie sind wegen des nicht abnehmbaren Objektives nur für die afokale Projektion geeignet.
Vorteile:
- hochauflösender Chip
- gute Auflösung (ab 4 Megapixel)
- geeignet für Planeten, Mond, Sonne
- geringes Rauschverhalten
Nachteile:
- Kameraobjektiv nicht abnehmbar
- nicht für afokale Projektion
- meist nur CMOS-Chip
- geringe Lichtempfindlichkeit
- lange Belichtungszeiten
- schlecht für Deepsky
- Abbildung nur in 8-Bit möglich
Eine gute Digitalkamera sollte folgende Eigenschaften mitbringen:
- Auflösung ab 4 Megapixel
- kleine Objektivöffnung
- Fernauslöser
- Stativgewinde
- TFT-Monitor-Kontrolle
Spiegelreflexkameras
Diese Kameras sind schon für die etwas gehobeneren Ansprüche, vor allem was den Preis betrifft (ab 400 Euro).
Sie haben dafür aber sehr grosse Auflösungen, und die Leistung ist dementsprechend hoch.
Mit einer solchen Kamera kann man sowohl Aufnahmen von Planeten, Sonne und Mond machen, als auch alle möglichen
Deepsky-Objekte fotografieren.
Vorteile:
- hohe Auflösung (ab 8 Megapixel)
- Objektiv abnehmbar
- fokale Projektion
- Planeten, Mond, Deepsky
Nachteile:
- relativ teuer
- geringe Empfindlichkeit
- schwer handzuhaben
Eine gute Spiegelreflexkamera sollte folgende Eigenschaften mitbringen:
- manuelle Belichtungszeit unendlich
- Objektivwechsel einfach
- Fernauslöser
- hohe Auflösung ab 8 Megapixel
- Stativgewinde
- TFT-Monitor abschaltbar
Aufnahmen mit Spiegelreflexkameras:
- hohe Belichtungszeit
- geringe ISO-Werte
- im RAW-Format aufnehmen
- viele Einzelaufnahmen
Besonders zu empfehlen sind die Kameras von Canon (EOS-Serie), da man mit ihnen Aufnahmen im RAW-Format speichern kann.
Das RAW-Format ist viel besser als das JPG-Format in Sachen Helligkeit.
Die Kamera, die ich benutze, ist die Canon EOS 1000D.
Diese wird auf dieser Seite genauer beschrieben:
Canon EOS 1000D
Astrocams
Diese Kameras sind speziell für die Astrofotografie ausgerichtet. Dementsprechend hoch ist natürlich auch der Preis (ab 350 Euro).
Sie haben extrem hohe Auflösungen uns extra Kühlsysteme, um die hoch lichtempfindlichen Chips zu kühlen.
Vorteile:
- CCD-Chips
- sehr hohe Auflösung (ab 10 Megapixel)
- Kühlsystem für Chips
- fokale Projektion
- besonders gut für grosse Deepsky-Objekte
- sehr geringes Rauschverhalten
- als Farb- oder Schwarz/weiß-Kamera erhältlich
- Abbildung mit 16-Bit
- sehr lange Belichtungszeiten
Nachteile:
- sehr teuer
- langsame Bildübertragung
Besser für viel Auflösungsvermögen sind hier die Schwarz/Weiß-Kameras.
Bei der Chipgrösse muss man für sich einen Mittelweg finden.
Kleinere Chips reichen aus, um kleine Objekte wie kleine Galaxien oder Planetarische Nebel
zu fotografieren.
Grössere Chips sind dann schon eher für grossflächige Objekte wie grosse Gasnebel oder grosse Galaxien.
Vorteile kleine Chips:
- niedriger Preis
- geringe Datenmengen
- kurze Übertragungszeiten zum PC
- viele Einzelbilder zum Addieren
Nachteile kleine Chips:
- nicht für großflächige Objekte
- lange Brennweite nur bei kleinen Objekten sinnvoll
- nachträgliches Verkleinern der Bilder nicht sinnvoll
Vorteile große Chips:
- lange Brennweiten auch bei größeren Objekten
- nachträgliches Verkleinern der Bilder möglich
- großes Bildfeld
Nachteile grosse Chips:
- sehr teuer
- hohe Datenmengen
- lange Übertragungszeiten auf den PC
- verwendete Optik muss sehr gut sein
- bei grosser Chipdiagonale können 1,25"-Filter nicht mehr verwenden werden