Das Schmidt-Cassegrain-Teleskop
Das Schmidt-Cassegrain-Teleskop gehört zu den sog.
Katadioptrischen Teleskopen.
Diese verwenden zur Bilderzeugung sowohl Spiegel als auch Linsen und sind den Newton-Teleskopen sehr ähnlich.
Eine Korrektionslinse (
Korrektor) sitzt am Anfang des Tubus.
Auf ihr ist gleichzeitig der Sekundärspiegel befestigt.
Auf diese Weise entfällt die Fangspiegelhalterung, und somit gibt es auch keine Beugungserscheinung (Strahlenbildung um helle Sterne)
durch die Fangspiegel-Streben.
Durch die Korrektionslinse hindurch trifft das einfallende Licht auf den Primärspiegel, der am hinteren Ende des Tubus liegt.
Dieser reflektiert das Licht auf den Sekundärspiegel, der wie die Korrektionslinse am Anfang des Tubus auf eben dieser sitzt.
Der Sekundärspiegel lenkt dann das Licht wieder durch das Okular hinaus.
Hier eine Abbildung, welche die Funktionsweise verdeutlicht:
Seinen Namen verdankt das Teleskop sowohl dem Franzosen Cassegrain (er baute in das Newton-Teleskop anstelle des planen Fangspiegels einen
Konvexen ein, der die Gesamtbrennweite des Teleskopes vervierfachte)
als auch Deutschen Schmidt (er kombinierte das Ganze mit einer nach ihm benannten
Korrekturplatte).
Öffnung: 6" bis 14"
Öffnungsverhältnis: meist f1/10
Preis: 1000 bis 6.500 Euro
Vor- und Nachteile von Schmidt-Cassegrain-Reflektoren:
- Vorteile:
- sehr kompakt (Baulänge kürzer als effektive Brennweite)
- keine chromatische Aberration (Farbfehler)
- keine Beugungserscheinungen (Strahlenbildung um helle Sterne) weil keine Fangspiegel-Streben
- gut zu transportieren durch kompakte Bauweise und geringes Gewicht.
- Hohe Abbildungsqualität
- Nachteile:
- lange Anpassung an Umgebungstemperatur
- Justage der Spiegel (Kollimierung)
- Obstruktion (durch den Fangspiegel im Strahlengang kommt es zu Verringerung von Helligkeit und Kontrast)
- Lichtverlust (durch den eingeschränkten Reflexionsgrad der Spiegel)
- relativ teuer
Beobachtung:
- Mond, Planeten und deren Monde.
- Doppel- und Mehrfachsterne.
- kleine Deep-Sky-Objekte.
Justieren (Kollimieren) von Schmidt-Cassegrain-Reflektoren:
Justierung (
Kollimation) bedeutet die korrekte Ausrichtung aller optischen Bestandteile am Teleskop zueineander und zum einfallenden Licht.
Im Prinzip muss jeder Reflektor justiert werden, um damit die beste Leistung zu erbringen.
Beim Schmidt-Cassegrain-Teleskop ist das Justieren (Kollimieren) zwar auch möglich, jedoch um längen komplizierter als bei einem Newton-Teleskop.
Man sollte dies lieber einem Fachmann überlassen.
Obstruktion:
Zu einer Obstruktion kommt es dadurch, dass der Fangspiegel im
Strahlengang teilweise den Hauptspiegel abdunkelt.
Das verursacht eine
Verringerung von
Helligkeit und
Kontrast.
Hier sind vor allem der Newton betroffen, aber auch das Schmidt-Cassegrain und das Maksutov.
Da unser Auge jedoch eine Obstruktion unter 20% fast nicht feststellen kann spielt das auch weiter keine grosse Rolle.
Als grosser Nachteil erweist sich die Obstruktion hauptsächlich nur bei hoch obstruierten Teleskopen wie z.B aus Fernost.
Farbfehler (chromatische Aberration):
kommt nur bei Refraktoren vor.